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Was muss modernes Radio dem Hörer heute bieten? Ein Radiosender muss seinen Hörern zwar ein verlässlicher Begleiter sein, aber auch immer wieder überraschen. Das beginnt bei der Musikauswahl und endet bei den Moderatoren. Echte Radiopersönlichkeiten sind gefragt, die sich auch eine Meinung sagen trauen – auch wenn sie dabei anecken. Auch wenn es ziemlich altbacken klingt: Ich sehe unsere Moderatoren als „Freunde der Hörerinnen und Hörer“. Spannende und interessante Themen dürfen nicht in ein Zeitkorsett gezwängt werden, sondern müssen so aufbereitet werden, dass die Hörer im Zweifel im Auto sitzen bleiben, um ein Thema zu Ende zu hören, sagt Walter Schmich, Programmchef bei Bayern 3. In der Musikauswahl setzen wir mittlerweile wieder auf eine sehr große Bandbreite an Klassikern und wollen auf der anderen Seite immer die ersten sein, die den Hörern interessante Newcomer und neue Songs vorstellen. Aus meiner Sicht ist das klassische Formatradio tot – die Sender müssen sich wieder mehr trauen und voneinander unterscheiden.
Radiosender verabschieden sich langsam vom Dudelfunk Der Sound einiger Rundfunksender könnte sich in Zukunft ändern. Die Radiomacher sind zu der Erkenntnis gelangt, dass ein Programm aus schrillen Jingles und Sprachanteilen, die von Musikbetten unterlegt sind, viele Hörer nervt und zum Um- oder Ausschalten animiert Wie das Branchenportal "Werben und
Verkaufen" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, versuchen einige
Privatsender, ihre "Verpackung" zu ändern. Damit soll vom
krawalligen Image abgerückt werden. Stephan Offierowski sagte "Wir
vollziehen einen Paradigmenwechsel, indem wir das Sound-Bild
drastisch reduzieren". Konkret heißt das: "Wir entfernen
Programmverpackungen vorsichtig, verbannen marktschreierische
Superlative vom Sender und sind vorsichtiger mit Gewinn-Promotions",
so Offierowski. Die Radiomacher haben erkannt, dass der Hörer derlei
Elemente häufig als nervig wahrnimmt. Die große Angst, die bei den
Verantwortlichen dahinter steckt ist, dass deswegen der Hörer
umschaltet. |