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Die Piraten
und ihre Geschichten an der
Nord- und
Ostseeküste sind sehr lange her.
In
den uns bekannten Überlieferungen ist aber nicht zu erkennen, was von alldem
Dichtung, und was Wahrheit ist. Was wir wissen ist, dass die Freibeuter der
Meere ihre Geschichten nicht selbst verbreitet haben. Es waren ihre Feinde,
die der Nachwelt eigennützig vermittelt haben, wovon wir heute glauben, dass es vor mehr
als 600 Jahren so gewesen sein könnte.
Legen wir nun noch
einmal 600 Jahre drauf, dann dürfen wir getrost annehmen, dass - wie bei dem
Spiel "Stille Post" - diese sogenannte Historie zusätzlich mit den bis dahin
dazu kommenden Anekdoten um den legendären Piraten verwässert wird, der zwar
seinen Kopf verloren haben mag, sein Gesicht aber bis heute bewahrt hat.
Vielleicht erzählen
sich die braven Bürger im Jahre 2601 Störtebeker sei ein bekannter
Filmschauspieler gewesen, der es sich mit der Regie verscherzt hat und aus
Rache zum Piraten wurde, indem er Raubkopien seiner Filmrolle unters Volk brachte. Der
Hauptdarsteller der Festspiele in Ralswiek auf der Insel Rügen, Sascha Gluth, ist im richtigen
Leben auch Schauspieler.
Denkbar wäre auch die
Mär von einem Krankenkassen-Angestellten aus dem Emder Raum - der Stadt, die
noch bis 1433 Likedeelern Unterschlupf gewährte - der zum Ablass
vor dem Tod auf dem elektrischen Stuhl, den Stadtvätern und Bürgen das traditionelle Matjesfest stiftete. Werner Nörtker, der Piratenführer bei
vier Marienhafer Freilichtspielen, entstammt diesem Lebensraum.
Soweit nur zwei Weisen
zur Legendenverwässerung.
Was aber, wenn einmal
in geselliger Bierlaune so richtig 'was auf den Deckel kommt?
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Für die
Neu-Piraten hier etliche Beispiele:
Bierdeckel-Legenden
um den trinkfesten Gast, "Klaus Störtebeker"

Na dann:
Augen 'gen Himmel,
und
weg mit dem
ellenlange Lümmel,
denn weit
ist das Meer, nass ist die Sicht
und wir
haben Salz auf der Zunge !
jr - 15 März 2006
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